Aus gegebenem Anlass eine Mitteilung der VSAN

Stellungnahme der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) zur Fasnet-Opening-Party „Mallorca meets Fasnet“, am 11. 11. 2016, Messe Villingen-Schwenningen.

 

Mischung von Mallorca-Party und der schwäbisch-alemannischen Fastnacht, nicht mit den Leitlinien und dem Normencodex der VSAN vereinbar. Vereinigung fordert Mitglieder der Mitgliedszünfte auf, diese neugeschaffenen Eventidee keinesfalls zu unterstützen oder zu besuchen.

 

 

Bad Dürrheim. Im Großraum Villingen-Schwenningen wird derzeit massiv für ein neues Veranstaltungskonzept geworben. Die Eventfirma „Seepark 6“, veranstaltet am Freitag, 11. November 2016, in der Messe Villingen-Schwenningen das Partyevent „Mallorca meets Fasnet – Fasnet Opening“, mit Mickie Krause, Mia Julia und vielen anderen Mallorca-Stimmungsgrößen. „Keine Frage, Mallorca-Party-Events haben seit Jahren ihre Berechtigung und gehören fest zur heimischen Schlagerszene, allerdings die Vermischung mit unserer schwäbisch-alemannischen Fastnacht können wir als größter und ältester Narrenverband im deutschen Südwesten, keinesfalls gutheißen“, erklärt Roland Wehrle, Präsident der Vereinigung.

 

Aus diesem Grund distanziert sich die VSAN von dieser neugeschaffenen Event-Idee, die am 11.11.16 in der Messe in Villingen-Schwenningen stattfindet, mit aller Deutlichkeit.

Unser Normen-Codex sagt dazu: „Der Export von Elementen der Fastnacht zu Fremdereignissen, die professionell organisiert sind und der Devise „just for fun“ folgen, ist mit den Ansprüchen der Liste des immateriellen Kulturerbes unvereinbar.“ Diese Meinung wird nicht nur von der VSAN verfochten und gelebt, sondern auch durch national anerkannte Volkskundler wie Prof. Dr. Werner Mezger aus Rottweil und Günter Schenk (Mainz), gefordert.

 

Die schwäbisch-alemannische Fastnacht ist im Dezember 2014 von der UNESCO in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes eingetragen worden. Damit verbunden ist – neben dem Stolz auf diese „Adelung“ des gelebten Brauchtums – auch eine besondere Verantwortung gegenüber der Deutschen UNESCO-Kommission. Lokale Fastnachten, die den Titel „immaterielles Kulturerbe“ führen dürfen, haben eine Reihe von Kriterien zu erfüllen, welche im selbst gegebenen Normen-Codex festgeschrieben sind. Besonders kritisch sieht die UNESCO „jede Form der Kommerzialisierung oder Fremdnutzung der Fastnacht zu Werbezwecken mit Gewinnerzielungs-absicht“, daher ist im Codex entsprechend zu lesen: „Veranstalter können nur die Brauchträger selbst sein, auf lokaler Ebene also die Zünfte und auf regionaler und überregionaler Ebene die Verbände. Auf keinen Fall dürfen Kommunen, Kulturämter, Tourismusbüros oder Sponsoren aus der freien Wirtschaft als Veranstalter oder gar als Träger der Fastnacht auftreten.“

 

Mit der Annahme des immateriellen Kulturerbes hat sich die VSAN und jede ihrer Mitgliedszünfte dazu verpflichtet, das Brauchtum der schwäbisch-alemannischen Fastnacht in seiner authentischen Form auszuüben. Dazu gehört unter anderem auch die Einhaltung der traditionell vorgegebenen Brauchtermine: Die Schwäbisch-alemannische Fastnacht beginnt am Dreikönigstag (6. Januar) und nicht bereits am 11. November, wie beim rheinischen Karneval. (Im Übrigen sind auch die bei solcherlei Veranstaltungen zu erwartenden Alkoholexzesse laut den ethischen Standards des Normen-Codex‘ zum immateriellen Kulturerbe absolut tabu.)

„Wir können daher alle unsere Mitgliedszünfte nur dringend dazu auffordern, diese und ähnliche „Fastnacht-Events“ nicht zu besuchen“, so Wehrle. Auch aktive Narren von Zünften, die zwar nicht Mitglied in der Vereinigung sind, allerdings die schwäbisch-alemannische Fastnacht pflegen und fördern, bittet Wehrle, solch eine Veranstaltungsform nicht zu besuchen. Um Menschen zusammenbringen, Freude zu verbreiten und Gemeinschaft zu stiften – haben wir unsere eigenen Ausdrucksformen. Dafür brauchen wir weder den „Party-Schlager-Gott“ Mickie Krause noch die „Königin von Mallorca“ Mia Julia, denn schließlich haben wir unsere lokalen Musikkapellen, Guggenmusiken und andere närrische „Stimmungsmacher“. „Darüber hinaus werden am 11. November, dem Gedenktag des Heiligen Martin, viele Bräuche wie Laternenumzüge oder das gemütliche Beisammensein mit einer Martinsgans in vielen Gemeinden und Familien gefeiert und gelebt. Genau darauf kann man sich wieder einmal besinnen“, so der Präsident der Vereinigung.

 

 

 

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Volker Gegg

Pressereferent

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